Kaisers asymmetrische Kleider
inkl. MwSt., kostenloser Versand
Lieferzeit 1 - 3 Werktage
125 x 90 cm
Öl auf Leinwand
Original Ölgemälde vom Künstler handsigniert, Entstehungsjahr 2025
Das Originalgemälde kann auch für Ausstellungen entliehen werden.
Kaisers asymmetrische Kleider
Provokation – aber bitte so, dass sich niemand provoziert fühlt.
Intellekt – aber bitte so, dass ihn niemand versteht.
Und vor allem: Berühmtheit, Berühmtheit, Berühmtheit!
Plakate in der Stadt, auf denen nur der Name des Künstlers steht. Ohne dass irgendjemand eine Ahnung hat, wer das sein könnte oder jemals etwas von seinem Werk gesehen hat.
Nackte Präsenz, ohne Kompetenz, aber mit Absicht: Legitimation und Gewinn.
Wir alle sind Passanten. Wir alle sind Marionetten.
Von Gleichgewicht kann hier kaum die Rede sein.
Asymmetrie der Machtverhältnisse.
Hans Christian Andersen hat einmal ein schönes Kunstmärchen geschrieben. Darin betrügen zwei berühmte Schneider – zwei Schlitzohren – den Kaiser selbst mit seiner Eitelkeit und seiner Angst, nicht zu genügen.
Sie kommen an den Hof und erklären, dass die Kleider, die sie schneidern, nur von besonders begabten und klugen Menschen als wahre Kunstwerke erkannt werden können. Die Dummen, die Kulturlosen, sehen dort gar nichts – genauso wie es sich mit der Kunst verhält.
Der Kaiser jedenfalls will nicht dumm sein und lässt die beiden ans Werk gehen, und sie schneidern heiße Luft für ihn.
Die Leute bei Hof, die Angestellten und die Berater, trauen sich ebenfalls nicht, den Mund aufzumachen – sei es aus Angst, sei es aus den eigenen Vorteilen, die sie daraus ziehen.
Jedenfalls halten alle den Mund, und so geschieht es, dass der Kaiser schließlich splitternackt bei der Parade unterwegs ist und das ganze Volk sich fürchtet, etwas zu sagen.
Alle huldigen und rufen:
„Unser Kaiser trägt das schönste Kleid auf der ganzen Welt!“
Bis auf einen frechen Knirps. Der ruft:
„Der Mann hat ja gar nichts an – der ist ja nackig!“
Eigentlich sollten wir wissen, dass seine Feststellung in der Menge untergehen wird. Aber das Märchen will es anders.
Im Inneren wissen wir alle, dass hier Theater gespielt wird, dass das Ganze Betrug ist – und manche glauben trotzdem daran. Manche glauben nicht daran, manche zweifeln.
Eigentlich können wir alle selbst mit gesundem Menschenverstand entscheiden. Doch der Schwindel des Kunstmarktes wird nicht mit Vernunft oder Einsicht entlarvt, sondern nur durch Macht.