Der Traum vom Fliegen

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Ölgemälde auf Leinwand 88 × 124 cm, 2025 Gunter Grossholz

Der Traum vom Fliegen

Manche können fliegen, manche nicht – ist das gerecht?

Manche wohnen ganz oben im Schloss, und manche unten in den Gassen im Schatten – ist das gerecht?


Jeder sei seines Glückes Schmied. Und wenn der Vogel gelernt hat zu fliegen, dann kann er es eben. Und wenn nicht, fällt er aus dem Nest und ist tot … oder er erfindet einen Flugapparat und fliegt auf seine Weise.


Der Traum vom Fliegen symbolisiert Träume schlechthin. Die meisten Träume genügen sich selbst und vergnügen uns, wenn wir sie träumen – bis auf den Traum vom Reichtum. In ihm versteckt sich der Wunsch nach Sicherheit, nach Macht, nach Unabhängigkeit und nach Möglichkeiten. Fast ohne Übergang endet er im Erwachen materieller Gier.


Wenn wir alle – jeder und jede einzeln – in einem Präsidentenjumbo reisen würden, mit goldenem WC und Waschbecken … kaum auszudenken! Es ist völlig in Ordnung, dass Träume Träume bleiben.


Vögel können fast alle fliegen, Menschen fast alle nicht.

Und schon gar nicht allein durch eigene Leistung.

Asymmetrie der Natur.


Während andere frühere Flugpioniere – etwa Otto Lilienthal oder Alberto Santos-Dumont – ihre Experimente öffentlich vorführten und wissenschaftlich teilten, hielten die Wright Brüder technische Details zunächst geheim und sicherten sich früh Patente. Dadurch konnten sie kontrollieren, wer ihre Technologie nutzen durfte.


Die Brüder vermuteten, dass das Militär großes Interesse an Flugmaschinen haben könnte. Flugzeuge boten völlig neue Möglichkeiten für Aufklärung und strategische Vorteile im Krieg. Deshalb führten sie gezielt Demonstrationen für Militärvertreter durch und verhandelten Verträge mit Regierungen.


Ein wichtiger Schritt war ihr Vertrag mit der Armee der vereinigten Staaten im Jahr 1909, bei dem sie ein einsatzfähiges Flugzeug lieferten. Parallel dazu handelten sie Lizenzen an europäische Hersteller und bauten ihre eigene Firma auf, die Wright Company.


Andere Luftfahrtpioniere hatten ebenfalls bedeutende Beiträge geleistet, dachten jedoch weniger gewinnorientiert. Einige starben früh, andere hatten nicht die finanziellen Mittel oder das Netzwerk, um ihre Ideen international zu vermarkten.


Die Wright Brüder verkauften jedenfalls ihren Traum vom Fliegen erfolgreich an das Militär.

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